Theater und Blogs

Haben eigentlich auch andere Theater ein Blog? Sind auch andere Theater bei youtube? Oder Twitter?
Die Recherche zu dieser Frage hat uns jetzt Axel Kopp abgenommen. Er ist Student am Institut für Kulturmanagement und soweit wir wissen auch schon Gast bei Lokstoff gewesen :) . Im Rahmen einer Studienarbeit hat er eine interessante Untersuchung angestellt, in der er sich die Schauspielsparten von 17 Staatstheatern und deren Aktivitäten mit dem Web2.0 angeschaut hat: Betreiben die großen Theater Blogs, nutzen sie Facebook, um Fans und Freunde zu informieren, twittern sie vielleicht sogar?
Das Ergebnis ist ernüchternd, denn die untersuchten Theater machen kaum etwas aus den Möglichkeiten im Internet. Das Fazit aus der Untersuchung:

“In Sachen Web 2.0 läuft bei den 17 Staatstheatern in der Sparte Schauspiel nur wenig. Dabei haben sich auf facebook und wkw sogar schon Gruppen gebildet, die man nur noch mit Informationen und Angeboten füttern müsste. Besonders unverständlich ist das vor allem in Bezug auf die Theatertrailer, die vielerorts aufwendig produziert werden, in deren Verbreitung allerdings nur wenig investiert wird. Warum nicht auf facebook eine Gruppe gründen (sofern noch nicht vorhanden) und die Videos dort einbetten? Denn der schönste Trailer ist nur dann etwas wert, wenn ihn sich jemand anschaut. Das gilt übrigens auch für Blogs, liebes Badisches Staatstheater.”

Eine ausführlichere Version des Beitrags finden Sie auf dem Kulturmanagement Blog.

Apropos Theatertrailer. Einen der erfolgreichsten hat laut der Untersuchung das Staatstheater Cottbus für die Produktion “Die Räuber”. Den Clip haben schon gut 2100 Leute gesehen. Wollen Sie wissen, wie oft der Lokstoff-Trailer angeschaut wurde: Lokstoff-Trailer?

3 Antworten zu “Theater und Blogs”

  1. Christian Henner-Fehr sagt:

    Wenn wir das Social Web beschreiben, nutzen wir oft Vokabeln wie Partizipation, Vertrauen, Transparenz und verweisen auf die flachen Strukturen. Je stärker ein Unternehmen diese Begriffe lebt, desto leichter wird es sich mit dem Web 2.0 tun. Die Herausforderung ist also, vereinfacht gesagt, für die großen Theater ungleich größer als für die “Kleinen”.

  2. Lokstoff! sagt:

    Lieber Christian, danke für den Kommentar. In Bezug auf die Hierarchien ist es für kleine Betriebe sicher einfacher. Jeder weiß was läuft und alle können einen Beitrag zu den Social Media-Aktivitäten leisten. Allerdings haben kräftigere Theater einen Vorteil bei den Ressourcen, finanziell und personell. Aber es stimmt: vor allem die Flexibilität und Unabhängigkeit der kleinen befördert deren Social Media “Credibility”.
    Was hältst Du bei den Stichworten Partizipation und Transparenz eigentlich vom Artikel “Höfische Gesellschaft 2.0″ in der Zeit?

  3. Du bringst die Unterschiede auf den Punkt: Daher gibt es auch kein Erfolgsrezept in Sachen Web 2.0. Bei den Großen ist das Problem meist die Unternehmenskultur, bei den Kleinen fehlende Ressourcen.

    Zum ZEIT-Artikel: Meiner Meinung nach enthält er einige gute Ansätze. Ich glaube auch nicht, dass das Web 2.0 demokratischer ist als ein anderer Bereich. Demokratie, das sind schon noch immer wir selbst. Und wie demokratisch unser System ist, hängt von uns ab und nicht von Twitter.

    Schade finde ich bei Adam Soboczynski die Wortwahl. Er ist, um einen seiner früheren Artikel zur Hilfe zu nehmen, der Experte, der dank seines Wissens weit über uns schwebt und uns an seiner Erleuchtung teilhaben lässt. Diese Überheblichkeit stört mich bei ihm und daher fällt es mir schwer, objektiv mit seinen Texten umzugehen.

    Das Wesen der Netzwerke versteht er einfach nicht, aber auf das gewöhnliche (Web 2.0)-Volk will er wohl nicht hören. ;-)

Eine Antwort hinterlassen

Comment Spam Protection by WP-SpamFree