„Eine bedenkliche Reise“ in einem Linienbus der SSB
Nach der überaus positiven Resonanz auf die Inszenierungen der Stücke „Fischerkönig“ am Charlottenplatz und „Bruchstücke“ im Kunstmuseum, mit denen Lokstoff! blinden und sehbehinderten Zuschauern bereits zweimal das Erlebnis von Theater im öffentlichen Raum bieten konnte, lädt das Theater in der dritten Auflage zu Vorher/Nachher ein, frei nach Franz Kafka „Die Verwandlung“.
Beginnend am Schlossplatz findet sich der Zuschauer auf einer vermeintlichen „Kaffeefahrt mit Kafka“ (dpa), um sich bald in den Tiefen seiner „Verwandlung“ zu verlieren. Der Bus steuert in der Abenddämmerung bekannte und weniger bekannte Orte der Stadt an. Gespielt wird die Erzählung im Bus und außerhalb.
Auch mit der dritten Auflage des Projekts, das von der Aktion Mensch unterstützt wird, möchte LOKSTOFF! einen Beitrag leisten, „es benachteiligten Menschen ermöglichen, Theater zu spüren“, wie die künstlerische Leiterin Kathrin Hildebrand sagt. Eine große Herausforderung sei es, „den visuellen Genuss der städtischen Landschaft durch gefühlvolles Spiel und vor allem die Sprache zu vermitteln.“
Während der fahrenden Vorstellung übernimmt ein zusätzlicher Schauspieler eine passive Erzählerrolle. Er beschreibt, was außerhalb des Busses vor sich geht, die Stadt, die Menschen, die anwesenden Personen an den Spielorten.
Konzeptionell wird LOKSTOFF! erneut von der selbst sehbehinderten Renate Ratzel unterstützt. Sie agierte bereits am Charlottenplatz und im Kunstmuseum als große Unterstützung. „Sie weiß, worauf es ankommt.“ sagt Wilhelm Schneck, der die inszenatorischen Anpassungen leiten wird.
Termine sind der 15. und 16. Juli 2009. Fahrt beginnt um 20:15 Uhr am Schlossplatz. Für die blinden und sehbehinderten Besucher, sowie deren Begleitpersonen gilt der ermäßigte Eintritt von 10 Euro. Auch Rollstuhlfahrer können die Vorstellung besuchen, wenn Sie auf einem normalen Bussitz Platz nehmen können. Einsteigehilfe ist möglich.